Mecklenburger Südbahn soll weiter fahren!
   

Passow im Januar 2014: Einfahrt eines Regio-Shuttle der ODEG in Passow    (Vergleichsbild 2015: Auf Foto klicken!)

Dennoch trat der vorgesehene Busersatzverkehr ab 12/2014 (vorerst?) in Kraft: Das Betriebsprogramm der Busse orientiert sich dabei an der Hauptverkehrsroute von/nach Plau am See. Dies hat erhebliche Auswirkungen für bisherige Unterwegshalte der "Mecklenburger Südbahn": Während Karow und Alt Schwein von der ohnehin zwischen Krakow am See und Plau am See verkehrenden Buslinie in Nord-Süd-Richtung bedient werden, erhalten Passow und Gallin nicht einmal die Anbindung nach Plau am See. Hier verkehren jeweils nur vereinzelte regionale Busse, wofür teilweise sogar eine Voranmeldung drei Stunden (!) vor der Abfahrt nötig ist. Eine Fahrt mit öffentlichem Nahverkehr von Passow nach Karow kann so zu einer großen Rundreise mit zwei Umstiegen (in Parchim und Plau am See) werden.

Das Land versprach bzw. verspricht sich davon aber eine Kostenersparnis in Höhe von jährlich mindestens drei Millionen EUR Betriebskostenzuschuss und perspektivisch insgesamt 47 Millionen EUR Investitionskostenzuschuss. Denn für einen Weiterberieb im bisherigen Betriebsverfahren mit Zugkreuzungen zwischen Waren und Parchim wäre eine Ausrüstung der Strecke mit PZB erforderlich geworden.
Für den Busersatzverkehr zwischen Malchow und Parchim hat das Land einen Zuschuss in Höhe von 677.000 EUR vorgesehen. Kritisch ist hier aber zu hinterfragen, wie hoch die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten sein werden, wenn nun auch die "Inselabschnitte" Parchim - Ludwigslust bzw. Inselstadt Malchow - Waren nicht mehr von Durchgangsreisenden genutzt werden. Kritiker werfen der Landesregierung daher vor, dass dieses Betriebskonzept insgesamt nicht dauerhaft wirtschaftlich vertretbar sein wird.

Medial wurde das Betriebskonzept zudem in einer Pressemeldung des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesplanung mit den Schlagworten "günstig", "flexibel" und "ökologisch" etikettiert. Die Eisenbahn wird demgegenüber als ein "Massentransportmittel" angesehen, was aufgrund der hohen Grundkosten und dem hohen Energiebedarf nur da fahren solle, wo ganzjährig eine hohe Auslastung zu erwarten sei.
Sprich: Eisenbahn gehört in den Ballungszentren, aber nicht in der Fläche!

 
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